Für ein gutes Klima in Lengede – Veränderung beginnt hier.

Mehr Barrierefreiheit in Lengede: Grünen-Antrag zur „Leichten Sprache“

Auf der Ratssitzung am 21. September 2022 stellten die Lengeder Grünen ihren Antrag, in der kommunalen Kommunikation Leichte Sprache zu verwenden, ausführlich vor. Sie baten die Verwaltung zu prüfen, wie Leichte Sprache in der Gemeinde Lengede zukünftig ab 2023 z. B. in Antragsformularen, Broschüren, Servicebeschreibungen sowie auf der Gemeinde-Website eingesetzt werden könnte, um einen weiteren Schritt hin zu einer (noch) barrierefreieren kommunalen Kommunikation zu gehen.

Sie hatten sich im Vorfeld intensiv mit diesem Thema auseinandergesetzt, sich über Fördermittel informiert und eine mögliche Kooperation mit der Peiner Lebenshilfe vorbereitet, um die Lengeder Gemeindeverwaltung um Bürgermeisterin Maren Wegener zu entlasten. CDU, Grüne und FW/PB stimmten dem Antrag zu, die SPD lehnte mit ihrer Stimmenmehrheit ab und brachte ihren eigenen „Änderungsantrag“ durch, der lediglich die Einführung von Leichter Sprache auf der Internetseite der Gemeinde Lengede zum Inhalt hatte – ohne konkreten Zeitplan und auch ohne jeden Verweis auf Fördermittel und Kooperationspartner, wie Grünen-Ratsfrau Amelie Ignorek anmerkt, die wie das Klein Lafferder Ortsratsmitglied Peter Meier die Sitzung über den neuen, von der grünen Ratsfraktion sehr begrüßten Audio-Livestream verfolgen konnte.

„Das ist in mehrerlei Hinsicht sehr bedauerlich. Wir hatten die Chance, die Kommunikation zwischen der Gemeindeverwaltung und den Lengeder Einwohnerinnen und Einwohnern ein gutes Stück weit inklusiver zu gestalten“, so die grüne Fraktionsdoppelspitze Raphaela Klotz und Lutz Güntzel. „Auf der Internetseite Leichte Sprache anzubieten, kommt lediglich gesetzlichen Forderungen nach und hätte keines Ratsbeschlusses bedurft. Geflüchteten Menschen, die die deutsche Sprache noch nicht gut beherrschen, hätte man beispielsweise mit Informationsflyern in Leichter Sprache das Ankommen erleichtern können“, ergänzt Kathrin Zimmermann, die die Grünen im Verwaltungsausschuss vertritt.

Für Grünen-Ratsherr Sascha Ignorek, der den Antrag bereits eine Woche zuvor in dem von ihm geleiteten Ausschuss für Kultur und Soziales vorgestellt und dort für eine schrittweise Einführung von Leichter Sprache ab 2023 plädiert hatte, wiegt dabei ein Umstand besonders schwer, nämlich „dass mit der SPD trotz inhaltlicher Schnittmengen aktuell leider keine vertrauensvolle Zusammenarbeit möglich zu sein scheint: Während im Ausschuss noch fast einstimmig für unseren Antrag votiert wurde, folgte im Gemeinderat aus taktischen Gründen die Ablehnung durch eben jene SPD-Ratsmitglieder, die wenige Tage zuvor unserem Antrag zugestimmt hatten. Das Bedürfnis, mithilfe der bestehenden Mehrheitsverhältnisse im Gemeinderat Ideen – in diesem Fall von uns – zu übernehmen, die man selbst zuvor nicht verfolgt hatte, scheint also größer zu sein, als eine konstruktive Arbeit in der Sache.“

Leichte Sprache ist keine „Kindersprache“, die erwachsene Menschen kleinmachen, sondern ihnen die gesellschaftliche Teilhabe erleichtern soll. Sie funktioniert nach bestimmten Kriterien (einfache Wörter, keine Fremdwörter, kurze Sätze etc.) und wird bereits z. B. vom Landkreis Peine, der Stadt Braunschweig, dem Niedersächsischen Landtag und der Bundesregierung genutzt.

Sichere Wege in Lengede — Die Grünen laden ein zur Radtour am Sonntag 28. August um 14 Uhr

Widerstand gegen die geplante Erhöhung der Kita-Gebühren und die Reduzierung der Kita-Betreuungszeiten

Bürger*innen unserer Gemeinde haben beim gestrigen Jugend- und Schulausschuss ihren Standpunkt fair, deutlich und offen gegenüber den  Kommunalpolitiker*innen geteilt. So muss Kommunalpolitik sein: transparent und gemeinschaftlich. Wir, die Ausschussmitglieder von B90/DIE GRÜNEN haben gegen die Erhöhung der Kindertagesstättenbeiträge gestimmt und uns bei dem Antrag auf Verkürzung der Betreuungszeiten in den Kindertagesstätten enthalten, da er fachlich ungenau war und nicht alle Perspektiven der Beteiligten im Blick hatte.

Bevor Änderungen abgestimmt werden, die das Leben von Eltern maßgeblich verändern, muss eine fachlich durchdachte Begründung vorliegen und eine transparente Kommunikation mit allen  Beteiligten, Verwaltung, Eltern und Erzieher*innen gesucht werden. Die Bürger*innen unserer Gemeinde müssen ein Recht darauf bekommen gehört zu werden. Eine Politik des 21. Jahrhunderts muss offen und partizipativ sein. Dafür sind wir, die Lengeder GRÜNEN, angetreten und das wollen wir gemeinsam mit den Bürger*innen umsetzen. Wir fordern die Gemeindeverwaltung auf, ein Forum ins Leben zu rufen, das alle Beteiligten anhört und in den politischen Prozess der Veränderungen rund um Kindertagesstätten und Krippen einbezogen wird.

Unsere Anregungen zu den Vorschlägen der Verwaltung:

andere Energiesparmodelle erörtern, bevor man die Kosten pauschal  auf die Eltern umlegt; transparente Auflistung der zustandegekommenen Mehrkosten für die Gemeinde; bei den Betreuungszeiten Krippen und Kindergärten als eine Einheit verstehen und die Abholzeiten gleich gestalten.

Zudem müssen wir als Gemeinde kreative Möglichkeiten finden für Erzieher*innen ein attraktiver Arbeitgeber zu werden, neue Fachkräfte anzuwerben und bestehendes Personal zu halten.